Dave Schläpfer

Kürzel: scd

Dave Schläpfer

In der deutschsprachigen Schweiz zu leben und in der Welt der Comics heimisch zu sein, sind zwei Dinge, die gar nicht so ohne weiteres zusammengehen – könnte man meinen.

 

Aufgewachsen in den 80ern, haben mich Comics jedenfalls schon von früh an begleitet: Angefangen hat alles mit den sprechblasenlosen «Petzi»- und «Globi»-Geschichten. Und auf «Yakari» und all die Zeichentrickfilm-Serien im Nachmittagsprogramm folgte die Ära der «Fix und Foxi»- und «Micky Maus»-Hefte sowie natürlich der «Lustigen Taschenbücher». Von da ging's dann munter weiter zu den franko-belgischen Serien im Stile von «Asterix», «Lucky Luke», «Spirou und Fantasio», «Tim und Struppi» und wie sie alle heissen – eine geradezu klassische Comicleser-Karriere also. Dass die eigenen Ansprüche gestiegen sind und der Blick über die Jahre hinweg differenzierter geworden ist, liegt auf der Hand – trotzdem ist der Zauber der Anfänge geblieben und hat keiner Ignoranz den Serien aus der eigenen Kinder- und Jugendzeit gegenüber Platz gemacht.

 

Zeichentisch und Comic-Bibliothek
Dass mein Interesse an den bunten Bildern nicht irgendwann versandet ist, hat sicher auch mit meinem Patenonkel Tomé zu tun, der sich über mehrere Jahre als Schaffer vorwiegend von Funnys durchs Leben schlug und ein Künstler-Leben in vielerlei Hinsicht führte. Ein grosses Vorbild, dessen Figurenarsenal ich auch schon bald (natürlich mehr schlecht als recht) zu kopieren versuchte. Und bei den Besuchen bei ihm übte natürlich sein mit einem Zeichentisch und einer beachtlichen Comic-Bibliothek bestücktes Arbeitszimmer eine geradezu magnetische Anziehungskraft auf mich aus. Gerade zumal wohl nicht ganz alle Hefte das Prädikat «jugend-konform» hätten tragen dürfen. 

 

Hier als Schmankerl ein kurzer Trickfilm vom Tomé aus dem Jahr 1983:

Sammeln und präsentieren

Mich hats dann schliesslich vom «Kreieren von» klar zum «Schreiben über» gezogen – gerade nachdem der Defizitverdacht nach der überaus befreienden Lektüre von Scott McClouds «Comics neu erfinden» dem Differenzgedanken Platz gemacht hatte. Comic-Check ist ein Liebhaberprojekt. Einesteils geht es darum, meinen gesammelten Output an Comic-Besprechungen an einem Ort zu sammeln und weiterzuführen. Es handelt sich hier mit wenigen Ausnahmen um die unredigierten und für den Print natürlich meistens zu langen Versionen von Kritiken und Hintergundartikeln für verschiedene Magazine und Zeitungen, vor allem für die «Neue Luzerner Zeitung», wo ich zurzeit als Online-Redaktor tätig bin. Die Sichtung des Materials war auch eine willkomene Gelegenheit, die eigene Schreibpraxis und das eigene Kritikverständnis Revue passieren zu lassen. In neuerer Zeit trägt zudem Sasa Rasic (Kürzel: «ras») regelmässig mit eigenen Beiträgen zur einer facettenreicheren Palette an Rezensionen bei. Andernteils soll Comic-Check einen Beitrag zur besseren Orientierung des Comic-Interessierten schaffen und diesen auf Perlen hinweisen, auf die er sonst vielleicht nicht aufmerksam geworden wäre.

 

Comic-Landschaft Zentralschweiz kartografieren
Zudem soll Comic-Check durch den Blog des Comic-Buchhändlers Walter Beer aus Luzern sowie durch den ins Leben gerufenen Zentralschweizer Comicpreis und die Showrooms, in denen sich Comic-Schaffende von hier sich und ihr Werk vorstellen können, eine regionale Dimension erhalten, die es in dieser Art – ich denke, das kann man guten Gewissens so sagen – sonst nirgends in der ganzen Zentralschweiz gibt. In diese Richtung ist Comic-Check im Prinzip beinahe uneingeschränkt erweiterbar, beispielsweise sind Veranstaltungen wie etwa Comic-Fantreffs, Sammlerbörsen, Workshops oder wissenschaflich orientierte Podien zum Thema denkbar. Alles eine Frage der Ressourcen...

 

Genug der Worte: Frohes Auskundschaften und Verweilen!


Dave Schläpfer, im Februar 2009

Zur Person

Dave Schläpfer, Jahrgang 1977, lebt und arbeitet in Luzern. Er ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Neben seinem Job als Online-Redaktor arbeitet der Germanist an einer Dissertation über die gesellschaftliche Wahrnehmung und kulturelle Verarbeitung ansteckender Krankheiten. Zudem lagern in seiner Schublade noch ein Romanfragment und einige ungeschliffene Old-Skool-Drum'n'Bass-Tracks.

Dave Schläpfer kontaktieren

Mittels dem unten stehenden Formular oder per Mail an kontakt (at) comic-check.ch.

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