Marvel Zombies Collection 1

Metzeln bis Galactus kommt

Spider-Man: Eine wandelnde Leiche, ein Zombie mit dem unstillbaren Hunger nach Menschenfleisch. Und der einst so strahlenden Ikone Colonel America hängt die Haut in Fetzen vom verwesenden Leib, derweil die Gehirnmasse des Patrioten aus dem mit dem eigenen Schild durchbrochenen Schädel schlabbert. Vor laut Gier beginnt der vor Heisshunger getriebene Banner sein eigenes Gedärm zu verzehren, um nicht zum Hulk zu werden. Und Giant Man hortet irgendwo in einem Keller noch einen der letzten gesunden Überlebenden – Black Panther –, den er quasi als Notvorrat Stück für Stück ausweidet. Die ganze irdische Population ist der Schar der Superhelden-Untoten bereits zum Opfer gefallen. Bleibt letztlich nur noch die Expansion in andere Welten...

 

Soweit ein Einblick in das vor Todessehnsucht nur so strotzende Szenario des auch einzeln erhältlichen Bandes «Marvel Zombies», dem Opener zu drei weiteren Fortsetzungsserien – nun alle vereint in der 400 Seiten starken «Marvel Zombies Collection 1» (Panini, zirka 49 Franken).  So infantil der ganze Splatter-Trip Aussenstehenden rational betrachtet auch anmuten mag – es dürfte ausser Frage stehen, dass die Lektüre Romero-Geeichten geradezu unendlich viel Spass bereiten dürfte. Vor allem die Szene, in der es die vor sich hin modernde Meute es dem gigantischen Weltenverschlinger Galactus – nachdem dessen Herold, der Silver Surfer, bereits in seine Einzelteile zerlegt wurde –, so richtig zeigt, wird bei einer allfälligen Verfilmung gewiss für Standing Ovations sorgen. Nach der Lektüre der ebenfalls im Sammelband enthaltenen Miniserien «Dead Days», «Army of Darkness» und «Marvel Zombies 2» zeigt sich (wie auch schon beim als Einzelband erhältlichen «Marvel Zombies 3»), dass der zuerst 2006 erschienene Auftakt von Robert Kirkman («The Walking Dead») und Sean Philips («Criminal») nach wie vor am meisten zu überzeugen weiss – in formaler wie auch in inhaltlicher Hinsicht und vor allem auch, was den Bekanntheitsgrad der auftretenden Figuren anbelangt. Genre-Anhänger können jedoch trotzdem bedenkenlos zugreifen – ein morbides Vergnügen! (In den USA steht übrigens bald «Marvel Zombies 6» in den Startpflöcken.) (scd)

 

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Mirror's Edge

Le Parkour im Grossstadtdschungel – extrem!

In einer nicht allzu fernen Zukunft ist die totale Überwachung Wirklichkeit geworden. Doch nach wie vor gibt es Leute, die Geheimnisse für sich behalten wollen – und so kommt Faith ins Spiel, eine Traceur-Kurierin für heikle Fracht. Doch in einer Kuriertasche eines Konkurrenten findet die attraktive und top durchtrainierte Asiatin Überwachungsfotos, die sie zwar nichts angehen, die sie aber nicht ignorieren kann – Fotos ihres Vaters!

 

Gute Comic-Adaptionen gibt es nicht gerade wie Sand am Meer. Auch wenn nicht der Überhammer: «Mirror's Edge» (Panini, zirka 29 Franken) von Rhianna Pratchett und Matthew Dow Smith ist eine davon. Grafisch mehr als zufrieden stellend, wartet das Prequel zum EA-Hit auch mit einer Story auf, die durchaus etwas hergibt und flott vorangetrieben wird. Unverständlich hingegen bleibt, weshalb die deutsche Ausgabe erst ein halbes Jahr nach dem Erscheinen des letzten Hefts der Serie in den USA auf den Markt gebracht wird. Das mutet – gerade in Anbetracht des Game-Releases von Ende 2008 – doch etwas anachronistisch an, wird aber durch den Umstand wieder legitimiert, dass sich eine Fortsetzung des Spiels Produktion befindet. (scd)

 

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